Amazon Vendor vs Seller: Vergleich und Entscheidungshilfe für Hersteller
Preis, Kosten, Logistik und Aufwand im direkten Vergleich, plus fünf Fragen, mit denen du das passende Modell für dein Unternehmen findest.
Amazon Vendor vs Seller: Als Vendor (1P) bist du Lieferant. Amazon kauft deine Ware per Bestellung ein, legt den Verkaufspreis fest und verkauft selbst an die Endkunden. Als Seller (3P) verkaufst du selbst auf dem Marktplatz, bestimmst den Preis und zahlst Amazon Gebühren pro Verkauf. Vendor passt zu Herstellern, die wie im Großhandel liefern wollen und Amazon Preis und Absatz überlassen können. Seller passt, wenn du Preis, Marke und Bestand selbst steuern willst und dafür ein Team hast. Für Hersteller ohne eigenes Amazon-Team gibt es als dritten Weg einen Broker, der die Ware einkauft und selbst als Seller verkauft.
Amazon Vendor vs Seller: Vergleichstabelle
| Kriterium | Amazon Vendor (1P) | Amazon Seller (3P) |
|---|---|---|
| Deine Rolle | Lieferant: Amazon kauft die Ware und wird Eigentümer | Händler: Du verkaufst direkt an Endkunden |
| Zugang | Vendor Central, nur auf Einladung von Amazon | Seller Central, Registrierung für jedes Unternehmen offen |
| Verkaufspreis | Legt Amazon fest | Legst du fest |
| Deine Einnahmen | Einkaufspreis laut Bestellung abzüglich vereinbarter Konditionen | Verkaufspreis abzüglich Amazon-Gebühren |
| Kosten | Jährlich verhandelte Konditionen, z. B. Rabatte, Marketing- und Logistikzuschüsse | Grundgebühr im Tarif Professional (39 € pro Monat zzgl. MwSt.), kategorieabhängige Verkaufsgebühr, bei FBA Versand- und Lagergebühren |
| Absatzplanung | Amazon bestimmt die Mengen per Bestellung (Purchase Order) | Du planst Bestand und Nachschub selbst |
| Logistik | Lieferung an Amazon-Lager nach Amazons Vorgaben | Versand durch Amazon (FBA) oder eigener Versand (FBM) |
| Kundenservice und Retouren | Amazon | Bei FBA weitgehend Amazon, bei FBM du |
| Anzeige auf der Produktseite | Verkauf und Versand durch Amazon | Dein Firmenname als Verkäufer |
| Daten | Berichte in Vendor Central | Berichte in Seller Central; keine direkten Kontaktdaten der Käufer |
| Compliance | Herstellerpflichten bleiben bei dir, Amazon fordert die Nachweise an | Du bist als Verkäufer zusätzlich für die Angaben im Angebot verantwortlich |
Was ist Amazon Vendor?
Im Vendor-Modell verkaufst du wie im klassischen Großhandel an Amazon. Amazon schickt Bestellungen (Purchase Orders), du lieferst an die Amazon-Lager, und Amazon verkauft die Ware im eigenen Namen. Die Zusammenarbeit läuft über Vendor Central. Den Zugang gibt es nur auf Einladung. Die Konditionen, also Rabatte und Zuschüsse, werden in der Regel jährlich verhandelt.
Wie eine Agentur Hersteller dabei unterstützt, etwa bei Konditionsverhandlungen, Content und Werbung, beschreiben wir auf der Seite zur Amazon Vendor Agentur für Hersteller.
Was ist Amazon Seller?
Als Seller registrierst du ein Verkäuferkonto in Seller Central und verkaufst direkt an Endkunden. Du legst Preise fest, pflegst deine Angebote, steuerst Werbung und Bestand und entscheidest, ob Amazon den Versand übernimmt (FBA) oder du selbst versendest (FBM). Amazon berechnet dafür im Tarif Professional eine monatliche Grundgebühr und pro Verkauf eine Verkaufsgebühr, die von der Kategorie abhängt. Was das für deine Marge bedeutet, zeigt die Übersicht zu den Amazon-Kosten.
Wer innerhalb der EU aus Lagern in mehreren Ländern verkauft, braucht dort in der Regel Umsatzsteuer-Registrierungen. Dazu kommen je nach Produkt Registrierungen für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), etwa für Verpackungen oder Elektrogeräte.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile | |
|---|---|---|
| Vendor | Einfacher Ablauf wie im Großhandel; Amazon übernimmt Verkauf, Kundenservice und Retouren; Anzeige „Verkauf und Versand durch Amazon“ | Keine Kontrolle über den Endkundenpreis; Bestellmengen schwanken mit Amazons Planung; Konditionen drücken die Marge; Zugang nur auf Einladung |
| Seller | Volle Kontrolle über Preis, Angebot und Bestand; offener Zugang; eigene Strategie für Marke und Werbung | Operativer Aufwand für Listings, Werbung, Bestand und bei FBM Kundenservice; Gebühren pro Verkauf; Steuer- und EPR-Registrierungen je nach Land |
Entscheidungshilfe für Hersteller: Vendor oder Seller?
Beantworte diese Fragen der Reihe nach. Die Spalten zeigen, welches Modell je nach Antwort besser passt:
| Frage | Wenn ja | Wenn nein |
|---|---|---|
| Hast du eine Einladung zu Vendor Central? | Vendor ist eine Option | Seller oder Broker |
| Ist dir der Endkundenpreis wichtig, etwa wegen deiner Handelspartner? | Seller oder Broker | Vendor möglich |
| Hast du intern Leute für Listings, Werbung und Bestandsplanung? | Seller | Vendor oder Broker |
| Kannst du schwankende Bestellmengen und Konditionsverhandlungen verkraften? | Vendor möglich | Seller oder Broker |
| Willst du in mehreren EU-Ländern verkaufen, ohne selbst Steuer- und EPR-Registrierungen aufzubauen? | Broker | Seller oder Vendor |
Beide Modelle schließen sich nicht aus. Manche Hersteller liefern einen Teil des Sortiments als Vendor und verkaufen andere Produkte als Seller. Das setzt aber eine klare Sortiments- und Preislogik voraus, damit sich die Kanäle nicht gegenseitig Konkurrenz machen.
Der dritte Weg: SPACEGOATS als Amazon Broker
Im Amazon-Broker-Modell von SPACEGOATS verkaufst du an uns wie an einen Großhändler. Wir kaufen deine Ware ein und verkaufen sie über unsere eigenen Seller-Konten. Du behältst so die Einfachheit des Vendor-Modells, und wir steuern Preis, Listings und Werbung aktiv wie ein Seller.
- Du stellst eine Rechnung an SPACEGOATS, es gibt keine festen Abnahmemengen
- Verkauf auf den acht PAN-EU-Marktplätzen, in Großbritannien und in den USA
- VAT-, EPR- und GPSR-Compliance laufen zentral über SPACEGOATS
- Zahlung nach Abverkauf im Folgemonat oder pauschal 90 Tage nach Wareneingang, verhandelbar je nach Volumen
Weiterführende Vergleiche
Alle drei Modelle mit Kosten, Personalbedarf und Anwendungsfällen im Detail vergleicht unser Whitepaper Amazon Seller vs. Vendor vs. Broker. Wenn du als Seller starten und dabei Unterstützung haben willst, schau dir unser Angebot für ein eigenes Amazon Seller Central mit Enterprise Support an.
Wie du über Amazon Business auch Geschäftskunden erreichst und wer dort im Vendor- und im Seller-Modell die Preise festlegt, erklärt unsere Seite zu Amazon B2B für Hersteller.
Häufig gestellte Fragen zu Amazon Vendor vs Seller
Was ist der Unterschied zwischen Amazon Vendor und Seller?
Als Vendor verkaufst du als Lieferant an Amazon, und Amazon verkauft die Ware selbst zu einem von Amazon festgelegten Preis weiter. Als Seller verkaufst du direkt an Endkunden auf dem Amazon-Marktplatz, bestimmst den Preis selbst und zahlst Amazon Gebühren pro Verkauf.
Kann jeder Amazon Vendor werden?
Nein. Den Zugang zu Vendor Central vergibt Amazon nur auf Einladung. Ein Seller-Konto in Seller Central kann dagegen jedes Unternehmen registrieren.
Was kostet Amazon Seller?
Im Tarif Professional fällt eine Grundgebühr von 39 € pro Monat zzgl. MwSt. an. Dazu kommt pro Verkauf eine Verkaufsgebühr, die von der Kategorie abhängt, und bei Versand durch Amazon (FBA) kommen Versand- und Lagergebühren hinzu.
Ist Amazon Vendor oder Seller besser für Hersteller?
Das hängt davon ab, ob du den Endkundenpreis kontrollieren musst und ob du ein Team für Listings, Werbung und Bestand hast. Vendor ist einfacher, gibt aber Preis und Mengen an Amazon ab. Seller gibt dir Kontrolle, verlangt aber operativen Aufwand. Ein Broker verbindet die Einfachheit des Großhandels mit aktiver Steuerung auf dem Marktplatz.
Kann ich gleichzeitig Vendor und Seller sein?
Ja. Manche Hersteller nutzen beide Modelle parallel für unterschiedliche Teile des Sortiments. Wichtig ist dabei eine klare Trennung von Sortiment und Preisen, damit sich die Kanäle nicht gegenseitig Konkurrenz machen.