EU-Lieferschwellen

Updated on 4. Januar 2021

Was sind Lieferschwellen? #

Die sogenannten Lieferschwellen treten in Kraft, wenn ein Seller bei Amazon grenzüberschreitend ins Ausland an Privatkunden liefert. Wenn die Lieferschwellen überschritten werden, muss der Seller die Umsätze im Bestimmungsland versteuern. Relevant ist das für jeden Amazon-Seller, der seine Produkte in mehrere Länder in Europa verschickt und damit grenzüberschreitend verkauft. Das gilt für EFN (European Fulfillment Network) genauso wie das paneuropäische Versandnetzwerk (PAN-EU). Hier greift die europäische Versandhandelsregelung: Bis zu einem gewissen Schwellenwert, also der Lieferschwelle, zahlt der Seller weiterhin die Umsatzsteuer an das Finanzamt im Herkunftsland. Überschreiten die Umsätze diese Grenze, muss die Umsatzsteuer im Ausland abgeführt werden. Die verschiedenen Länder in Europa verlangen verschieden hohe Mehrwert- bzw. Umsatzsteuersätze, die Steuer kann also teurer oder günstiger werden.

Wichtigste Lieferschwellen in Europa #

LandLieferschwelle
Deutschland100 000€
England100 000€
Frankreich35 000€
Italien35 000€
Niederlande100 000€
Österreich35 000€
Spanien35 000€

Alle Lieferschwellen beziehen sich auf den Nettoumsatz im Jahr.

Österreich ist für Seller auf amazon.de besonders zu beachten, weil Österreicher gerne und viel auf dem deutschen Marketplace shoppen.

Freiwilliger Lieferschwellenverzicht #

Da manche Länder eine niedrigere Umsatzsteuer verlangen als das eigene, kann es sich für ein Business unter Umständen durchaus lohnen, auf die Lieferschwellen freiwillig zu verzichten. Man zahlt dann gleich ab dem ersten Euro die ausländische, also niedrigere, Umsatzsteuer an das entsprechende ausländische Finanzamt.

Freiwilliger Lieferschwellenverzicht und PAN-EU #

Grundsätzlich müssen zwei Szenarien unterschieden werden:

Option 1: Der Lagerort entspricht dem Zielort, also dein Kunde befindet sich im selben Land, aus dem die Ware auch verschickt wird. Das ist kein Problem, wenn du am PAN-EU-Versand teilnimmst und ohnehin eine Steuernummer im entsprechenden Bestimmungsland besitzt. Dann führst du einfach die ausländische Umsatzsteuer ab und schreibst die entsprechende Umsatzsteuernummer auch auf die Rechnung.

Option 2: Der Kunde befindet sich nicht in dem Land, aus dem die Ware versendet wird. Wenn die Ware zum Beispiel in Frankreich liegt und von dort an einen italienischen Kunden versendet wird, muss die Umsatzsteuer im Zielland, also Italien, abgeführt werden.

Updated on 4. Januar 2021
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