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Compliance Checklist

GPSR (Allgemeine Produktsicherheitsverordnung)
Beauty & Kosmetik
Grossbritannien 🇬🇧

UK-Produktsicherheit für Kosmetik und Beauty-Produkte auf Amazon UK: UK Cosmetics Regulation, SCPN-Notifizierung, UK Responsible Person und häufige Fehler.

Ueberblick

Im Vereinigten Koenigreich unterliegen Kosmetikprodukte einem eigenständigen Regulierungsrahmen, der nach dem Brexit von der EU-Kosmetikverordnung abgekoppelt wurde. Die UK Cosmetics Regulation (aufbauend auf der retained EU Regulation 1223/2009) bildet die Grundlage. Statt des EU-CPNP muessen Produkte beim Submit Cosmetic Product Notification (SCPN) des britischen Office for Product Safety and Standards (OPSS) notifiziert werden. Ein UK Responsible Person ist Pflicht für alle Nicht-UK-Hersteller. Anders als die EU-GPSR gilt im UK weiterhin die General Product Safety Regulations 2005 als allgemeines Produktsicherheitsgesetz – die UK hat die EU-GPSR 2023 nicht übernommen.

Gilt das fuer mein Produkt?

Diese Checkliste gilt für alle Kosmetik- und Beauty-Produkte die auf Amazon.co.uk verkauft werden: Hautpflegeprodukte, Make-up, Haarpflegeprodukte, Parfuems, Deodorants, Nagellacke, Sonnenschutzprodukte, Zahnpasta, Seifen, Badezusaetze und alle Stoffe oder Gemische die dazu bestimmt sind mit äußeren Koerperteilen (Haut, Haare, Naegel, Lippen, Zaehne, Mundschleimhaut) in Beruehrung zu kommen, um diese zu reinigen, zu parfuemieren, zu schuetzen, in gutem Zustand zu halten oder das Erscheinungsbild zu veraendern.

Schritt-fuer-Schritt Anleitung

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1

UK Responsible Person benennen und Produktsicherheitsbericht erstellen

Der UK Responsible Person ist die zentrale Figur in der UK-Kosmetikregulierung. Er muss den Cosmetic Product Safety Report (CPSR) vorhalten und ist für die Sicherheit des Produkts verantwortlich.

Geschaetzte Dauer: 2-4 weeks

2

SCPN-Notifizierung durchfuehren

Vor dem Inverkehrbringen im UK muss jedes Kosmetikprodukt über das SCPN-Portal des OPSS notifiziert werden. Dies ersetzt die EU-CPNP-Meldung.

Geschaetzte Dauer: 1-3 days

3

Kennzeichnung und Verpackung für UK-Markt anpassen

Kosmetikprodukte im UK muessen spezifische Kennzeichnungsanforderungen erfuellen, die teilweise von EU-Anforderungen abweichen.

Geschaetzte Dauer: 1-2 weeks

4

Amazon.co.uk Compliance-Anforderungen erfuellen

Stellen Sie sicher dass Ihr Beauty-Listing auf Amazon.co.uk alle plattformspezifischen Anforderungen erfuellt.

Geschaetzte Dauer: 2-5 days

Haeufige Fehler vermeiden

EU-CPNP-Notifizierung als ausreichend für den UK-Markt angesehen

Konsequenz: Die EU-CPNP-Meldung hat keine Gueltigkeit im UK. Produkte ohne SCPN-Notifizierung werden illegal im UK verkauft. OPSS kann Bussgelder verhaengen und den Verkauf untersagen.

Vermeidung: Fuehren Sie für jedes Produkt eine separate SCPN-Notifizierung über das OPSS-Portal durch, unabhängig von der EU-CPNP-Meldung.

UK-Responsible-Person-Adresse auf der Verpackung fehlt oder ist eine EU-Adresse

Konsequenz: Eine fehlende oder falsche RP-Adresse macht das Produkt im UK nicht verkehrsfaehig. Amazon kann Listings sperren und Behörden koennen Produkte beschlagnahmen.

Vermeidung: Stellen Sie sicher dass eine britische Anschrift des UK Responsible Person auf der Verpackung steht. Bei mehrsprachigen Verpackungen kann die UK-Adresse zusätzlich zur EU-Adresse angegeben werden.

Verbotene oder eingeschraenkte Inhaltsstoffe nicht nach UK-Liste geprueft

Konsequenz: Die UK-Listen koennen von EU-Listen abweichen. Ein in der EU zugelassener Stoff kann im UK verboten sein und umgekehrt. Der Verkauf von Produkten mit verbotenen Stoffen ist strafbar.

Vermeidung: Pruefen Sie die Annexes der UK Cosmetics Regulation separat. Lassen Sie Ihren Safety Assessor die UK-spezifischen Anforderungen bestaetigen.

Schwerwiegende unerwuenschte Wirkungen nicht an OPSS gemeldet

Konsequenz: Der UK Responsible Person ist gesetzlich verpflichtet, schwerwiegende unerwuenschte Wirkungen an OPSS zu melden. Unterlassene Meldungen koennen zu Bussgeldern und Vertriebsverboten fuehren.

Vermeidung: Richten Sie ein Cosmetovigilance-System ein. Stellen Sie sicher dass Ihr UK RP über Kundenbeschwerden informiert wird und Meldepflichten kennt.

Haeufig gestellte Fragen

Q1Brauche ich einen separaten CPSR für den UK-Markt?

Ein bestehender EU-CPSR kann als Grundlage dienen, muss aber auf UK-spezifische Anforderungen geprüft und ggf. angepasst werden. Die UK Cosmetics Regulation hat eigene Annexes für verbotene und eingeschraenkte Stoffe, die abweichen koennen.

Q2Was ist der Unterschied zwischen UK-Produktsicherheit und EU-GPSR für Kosmetik?

Das UK hat die EU-GPSR (Verordnung 2023/988) nicht übernommen. Im UK gelten weiterhin die General Product Safety Regulations 2005 als allgemeines Sicherheitsnetz, waehrend Kosmetik primaer unter die UK Cosmetics Regulation faellt. In der EU ist die GPSR seit Dezember 2024 das übergreifende Produktsicherheitsgesetz.

Q3Muss ich für jede Farbvariante eine separate SCPN-Meldung machen?

Ja, jede Produktvariante mit unterschiedlicher Zusammensetzung benoetigt eine eigene SCPN-Meldung. Bei rein kosmetischen Farbvarianten mit identischer Basisformel kann eine gemeinsame Meldung möglich sein – pruefen Sie dies im SCPN-Portal.

Q4Welche Qualifikation braucht der Safety Assessor für den CPSR?

Der Safety Assessor muss über ein Diplom oder einen Abschluss in Pharmazie, Toxikologie, Medizin, Dermatologie oder einer ähnlichen Disziplin verfuegen. In der Praxis werden CPSRs häufig von spezialisierten Beratungsfirmen erstellt.

Q5Gilt diese Checkliste auch für Naturkosmetik und vegane Kosmetik?

Ja. Naturkosmetik und vegane Kosmetik unterliegen denselben regulatorischen Anforderungen wie konventionelle Kosmetik. Zusätzliche Claims wie 'natural' oder 'vegan' muessen belegbar und nicht irrefuehrend sein (ASA-Richtlinien).