Amazon Full Service oder modular? Das Broker-Spektrum erklärt
Kurzantwort: Die meisten Amazon-Dienstleister zwingen zur Wahl: alles abgeben (Full Service) oder alles selbst machen (Agentur unterstützt nur). Das modulare Broker-Modell löst dieses Entweder-oder auf — die Marke wählt auf einem Spektrum, wie viel sie selbst einbringt, während der Broker in jedem Fall die Infrastruktur als Merchant of Record betreibt. Bei SPACEGOATS heißen die Stufen Auto-Pilot, Full Service, Flex und Captain Seat.
Das Problem mit dem Entweder-oder
Wer den Amazon-Vertrieb auslagern will, landet klassisch bei einer von zwei Konstruktionen: Ein Full-Service-Broker übernimmt alles — die Marke liefert Ware und liest Reporting. Oder eine Agentur arbeitet im Konto der Marke — dann bleiben aber auch Konto-Risiko, Steuern und Compliance bei der Marke.
Beide Konstruktionen passen für viele. Aber sie lassen eine wachsende Gruppe im Regen stehen: Marken mit eigenem Content-Team, das bessere Listings baut als jeder Dienstleister. Hersteller mit klarer Pricing-Strategie, die sie nicht abgeben wollen. Distributoren, die ihr Bestandsmanagement im Griff haben — aber weder ein eigenes Seller-Konto betreiben dürfen noch die Compliance-Last tragen wollen.
Die Antwort: ein Spektrum statt zwei Schubladen
Beim modularen Broker-Modell bleibt die Grundkonstruktion immer gleich: Der Broker kauft die Ware im B2B-Großhandel und verkauft als Merchant of Record über sein eigenes, etabliertes Seller-Konto. Konto, Steuern, Marketplace-Compliance, Abwicklung — das liegt in jeder Stufe beim Broker. Verhandelbar ist die operative Rollenverteilung darüber.
SPACEGOATS beschreibt das Spektrum in vier Zonen:
| Zone | Kurzformel | Rollenverteilung |
|---|---|---|
| Auto-Pilot | „Wir fahren. Du lehnst dich zurück." | SPACEGOATS macht praktisch alles, die Marke liefert Ware |
| Full Service | „Du lieferst. Wir machen den Rest." | Marke liefert Ware und Vorgaben, Operations komplett bei SPACEGOATS |
| Flex | „Bring mit, was du willst, wir machen den Rest." | Marke bringt ausgewählte Module ein, SPACEGOATS füllt alle Lücken |
| Captain Seat | „Du führst. Wir betreiben die Infrastruktur." | Marke führt Content, Pricing und Bestand — SPACEGOATS stellt Konto, Compliance und Eskalation |
Was Marken typischerweise einbringen: Content-Erstellung (selbst oder über die bestehende Agentur — SPACEGOATS lädt hoch und eskaliert, wo nötig, über das SAS-Enterprise-Netzwerk), Pricing & Strategie (dynamisches Repricing, Marktanalyse) und Bestandsmanagement (Bestellungen auslösen, Reichweiten steuern). Die Brand Registry liegt dabei immer bei der Marke.
Klassischer Full-Service-Broker vs. SPACEGOATS-Modularmodell
| Dimension | Klassischer Full-Service-Broker | SPACEGOATS (modular) |
|---|---|---|
| Rollenverteilung | Fix: alles beim Broker | Spektrum: Auto-Pilot bis Captain Seat |
| Content-Erstellung | Broker erstellt | Wählbar — auch die eigene Agentur kann liefern |
| Pricing-Strategie | Broker steuert | Wählbar — Marke kann führen |
| Bestandsmanagement | Broker plant | Wählbar — Marke kann steuern |
| Internes Know-how | Bleibt gering | Kann in eigenen Modulen wachsen |
| Stufenwechsel | Anbieterwechsel nötig | Vertragsanpassung |
| Merchant of Record, Steuern, Compliance | Beim Broker | Beim Broker — in jeder Stufe |
| Konto-Risiko der Marke | Keins | Keins |
Der entscheidende Punkt der letzten beiden Zeilen: Modular heißt nicht halbherzig. Auch im Captain Seat trägt die Marke weder Konto-Risiko noch Steuer- und Compliance-Last — sie führt strategisch, ohne die Infrastruktur-Bürde des eigenen Seller-Kontos.
Welche Stufe passt zu wem?
- Auto-Pilot / Full Service: Kein internes Amazon-Team, keine Absicht eines aufzubauen. Distributoren ohne D2C-Ambition. Teams, die Amazon-Umsatz wollen, ohne Kapazität zu binden.
- Flex: Es gibt einzelne Stärken im Haus — etwa ein Grafik-Team für A+ Content — aber kein vollständiges Marketplace-Team.
- Captain Seat: Amazon-Kompetenz ist vorhanden oder soll wachsen; Content und Pricing sind strategischer Kern. Ausgelagert werden gezielt Risiko und Infrastruktur — Konto, Steuern, Compliance, Abwicklung.
Ein praktischer Nebeneffekt des Spektrums: Die Zusammenarbeit kann mit dem Unternehmen mitwachsen. Der Einstieg im Full Service und die schrittweise Übernahme von Modulen ist eine Vertragsanpassung — kein Systemwechsel und kein Anbieterwechsel.
Fazit
„Full Service" ist keine Eigenschaft des Broker-Modells, sondern eine von mehreren möglichen Rollenverteilungen darin. Wer alles abgeben will, bekommt Auto-Pilot. Wer mitmachen will — mit eigenem Content, eigener Pricing-Strategie oder eigenem Bestandsmanagement — bekommt mit Flex und Captain Seat ein Setup, das es bei klassischen Full-Service-Anbietern nicht gibt: führen, ohne die Infrastruktur zu schleppen.
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