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Compliance Checklist

GPSR (Allgemeine Produktsicherheitsverordnung)
Bekleidung & Mode
Frankreich 🇫🇷

Vollständige GPSR-Compliance-Checkliste für Bekleidung und Mode-Produkte auf Amazon.fr. Produktsicherheitsanforderungen, verantwortliche Person in der EU und Rückverfolgbarkeit nach Verordnung (EU) 2023/988.

Ueberblick

Die General Product Safety Regulation (GPSR, Verordnung (EU) 2023/988) gilt seit dem 13. Dezember 2024 und ersetzt die alte Produktsicherheitsrichtlinie. Für Bekleidungs- und Mode-Händler auf Amazon.fr bedeutet dies verschärfte Pflichten: Jedes Textilprodukt muss eine eindeutige Rückverfolgbarkeit gewährleisten, Kontaktdaten eines verantwortlichen Wirtschaftsakteurs in der EU tragen und eine Risikoanalyse durchlaufen haben. Die französische Marktüberwachungsbehörde DGCCRF (Direction Générale de la Concurrence, de la Consommation et de la Répression des Fraudes) setzt die GPSR in Frankreich durch und führt regelmässig Kontrollen bei Online-Marktplätzen durch.

Gilt das fuer mein Produkt?

Diese Checkliste gilt für alle Hersteller, Importeure und Händler, die Bekleidung und Mode-Produkte auf dem französischen Markt über Amazon.fr verkaufen. Dazu gehören Oberbekleidung, Unterwäsche, Sportbekleidung, Accessoires (Schals, Handschuhe, Gürtel), Schuhe, Taschen und Kinderbekleidung. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Produkte mit Kordelzügen, Kleinteilen oder chemisch behandelten Textilien.

Schritt-fuer-Schritt Anleitung

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1

Wirtschaftsakteur-Rolle und verantwortliche Person bestimmen

Die GPSR definiert klare Pflichten je nach Rolle: Hersteller, Bevollmächtigter, Importeur oder Händler. Für Nicht-EU-Unternehmen ist eine verantwortliche Person in der EU zwingend vorgeschrieben.

Geschaetzte Dauer: 1-3 Tage

2

Risikoanalyse und Sicherheitsbewertung durchführen

Die GPSR verlangt eine interne Risikoanalyse für jedes Produkt. Für Bekleidung sind insbesondere mechanische Risiken (Erstickungsgefahr durch Kleinteile, Strangulation durch Kordeln) und chemische Risiken (REACH-Beschränkungen für Textilchemikalien) zu bewerten.

Geschaetzte Dauer: 3-7 Tage

3

Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sicherstellen

Die GPSR verschärft die Kennzeichnungsanforderungen: Jedes Produkt muss eindeutig identifizierbar sein und Rückschlüsse auf den Hersteller/Importeur ermöglichen. Für den französischen Markt gelten zusätzlich die Textilkennzeichnungsverordnung (EU) 1007/2011 und französische Sprachanforderungen.

Geschaetzte Dauer: 2-5 Tage

4

Technische Dokumentation erstellen und pflegen

Hersteller und Importeure müssen eine technische Dokumentation vorhalten, die auf Anfrage der DGCCRF innerhalb von 10 Tagen vorgelegt werden kann. Die Dokumentation muss den Nachweis der Sicherheit des Produkts ermöglichen.

Geschaetzte Dauer: 3-7 Tage

5

Amazon.fr GPSR-Anforderungen erfüllen

Amazon setzt die GPSR auf seinem Marktplatz aktiv um und verlangt von Verkäufern die Hinterlegung spezifischer Daten im Seller Central. Bei Nicht-Compliance droht die Sperrung von Listings.

Geschaetzte Dauer: 1-2 Tage

Haeufige Fehler vermeiden

Keine verantwortliche Person in der EU auf dem Etikett angegeben

Konsequenz: Amazon sperrt Listings ohne EU Responsible Person. Die DGCCRF kann Bussgelder bis zu 15.000 EUR (natürliche Person) oder 75.000 EUR (juristische Person) verhängen und den Vertrieb untersagen.

Vermeidung: Stellen Sie sicher, dass Name, Postanschrift und E-Mail einer verantwortlichen Person mit EU-Sitz auf jedem Etikett oder der Verpackung steht — noch bevor die Ware nach Frankreich gesendet wird.

Kordeln und Zugbänder bei Kinderbekleidung nicht nach EN 14682 geprüft

Konsequenz: Strangulationsgefahr bei Kindern. RAPEX-Meldung (EU Safety Gate), sofortiger Rückruf, Reputationsschaden und mögliche strafrechtliche Konsequenzen in Frankreich.

Vermeidung: Prüfen Sie jedes Kinderbekleidungsstück auf Kordeln, Zugbänder und funktionale Schnüre gemäss EN 14682. Für Kinder unter 7 Jahren sind Kordeln im Kopf-/Halsbereich komplett verboten.

Fehlende französische Sprachversion auf den Etiketten

Konsequenz: Verstoss gegen die Loi Toubon. Die DGCCRF kann Produkte beanstanden und vom Markt nehmen lassen. Amazon Frankreich lehnt Listings mit nicht-französischen Warnhinweisen zunehmend ab.

Vermeidung: Alle verbraucherrelevanten Informationen (Faserzusammensetzung, Pflegehinweise, Warnungen, Herstellerangaben) müssen in französischer Sprache auf dem Etikett stehen. Mehrsprachige Etiketten sind zulässig.

Keine Risikoanalyse für Bekleidungsprodukte durchgeführt

Konsequenz: Bei DGCCRF-Kontrollen kann die fehlende Risikoanalyse zu sofortigen Massnahmen führen: Verkaufsverbot, Zwangsrückruf und Bussgelder. Die Beweislast liegt beim Wirtschaftsakteur.

Vermeidung: Dokumentieren Sie eine Risikoanalyse für jede Produktgruppe — bei Bekleidung mindestens: mechanische Risiken, chemische Risiken (Farbstoffe, Beschichtungen), Entflammbarkeit und Allergene.

Haeufig gestellte Fragen

Q1Braucht Bekleidung eine CE-Kennzeichnung für den französischen Markt?

Nein. Bekleidung und Textilien benötigen keine CE-Kennzeichnung, da sie nicht unter eine CE-pflichtige EU-Richtlinie fallen. Allerdings gelten die GPSR-Anforderungen (Produktsicherheit, Rückverfolgbarkeit, verantwortliche Person) sowie die Textilkennzeichnungsverordnung (EU) 1007/2011. Ausnahme: Persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Sicherheitsschuhe oder Schutzkleidung benötigt CE.

Q2Was sind die spezifischen Anforderungen der DGCCRF für Textilprodukte?

Die DGCCRF prüft bei Textilien vor allem: korrekte Faserzusammensetzung (Abweichung max. 3% vom deklarierten Wert), französische Sprache auf allen Etiketten, REACH-konforme Chemikalien (besonders Azo-Farbstoffe, Formaldehyd, Nickel), Sicherheit von Kinderbekleidung (EN 14682) und seit 2024 die GPSR-Pflichtangaben (verantwortliche Person, Rückverfolgbarkeit).

Q3Muss ich als Amazon-Verkäufer eine eigene EU Responsible Person haben?

Wenn Ihr Unternehmen seinen Sitz ausserhalb der EU hat: Ja. Die GPSR schreibt vor, dass für jedes Produkt auf dem EU-Markt eine verantwortliche natürliche oder juristische Person mit EU-Sitz benannt sein muss. Amazon setzt dies seit Dezember 2024 aktiv durch. Haben Sie einen EU-Firmensitz, erfüllen Sie diese Rolle selbst.

Q4Welche Strafen drohen bei GPSR-Verstössen in Frankreich?

In Frankreich kann die DGCCRF folgende Massnahmen ergreifen: Bussgelder bis 15.000 EUR (natürliche Person) oder 75.000 EUR (juristische Person) pro Verstoss, Produktrückruf und Marktrücknahme, Veröffentlichung der Verstösse (Name-and-Shame), und bei schwerwiegenden Sicherheitsmängeln strafrechtliche Verfolgung mit Freiheitsstrafen bis 2 Jahre.

Q5Wie lange muss ich die technische Dokumentation aufbewahren?

Die technische Dokumentation muss 10 Jahre lang nach dem letzten Inverkehrbringen des Produkts aufbewahrt werden. Sie muss der DGCCRF auf Anfrage innerhalb von 10 Arbeitstagen in französischer oder englischer Sprache vorgelegt werden können. Digitale Aufbewahrung ist zulässig.