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BSR – Amazon Glossar

Der BSR (Abkürzung für Best Seller Rank, auf Deutsch oft Amazon Verkaufsrang genannt) ist eine der zentralen Kennzahlen auf dem Amazon-Marktplatz. Er ist ein Indikator, der angibt, wie gut sich ein bestimmtes Produkt im Vergleich zu anderen Produkten innerhalb derselben Kategorie verkauft. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl, desto höher sind die Verkaufszahlen. Ein BSR von #1 bedeutet, dass es sich um den meistverkauften Artikel in dieser spezifischen Kategorie handelt.

Für Händler (Seller) und Hersteller (Vendoren) ist der BSR ein unverzichtbares Instrument zur Marktanalyse, Erfolgskontrolle und Wettbewerbsbeobachtung. Er wird auf jeder Produktdetailseite im Bereich „Produktinformationen“ angezeigt und meist stündlich aktualisiert.

Wie funktioniert der Amazon BSR?

Amazon berechnet den Best Seller Rank basierend auf der Historie der Verkäufe und der aktuellen Verkaufsgeschwindigkeit (Sales Velocity). Zwar legt Amazon den genauen Algorithmus nicht offen, doch die Mechanismen sind durch jahrelange Praxis bekannt:

  • Vergleichsbasis: Der Rang ist immer relativ. Ein Produkt mit BSR #50 in der Hauptkategorie „Küche, Haushalt & Wohnen“ hat deutlich höhere Absatzzahlen als ein Produkt mit BSR #50 in einer kleinen Nischen-Unterkategorie.
  • Aktualisierungsfrequenz: Der Rang wird in den meisten Kategorien stündlich neu berechnet. Ein plötzlicher Anstieg der Verkäufe kann den Rang schnell verbessern, während eine Verkaufspause ihn absinken lässt.
  • Historische Daten: Aktuelle Verkäufe wiegen schwerer als vergangene, aber die Historie sorgt für eine gewisse Stabilität. Ein Produkt, das konstant gut verkauft, behält einen besseren Durchschnitts-BSR als eines mit extremen Schwankungen.

Bedeutung für Seller und Vendoren

Im Ökosystem von Amazon Seller Central und Vendor Central erfüllt der BSR verschiedene strategische Funktionen:

  1. Markt- und Nischenanalyse: Vor dem Launch eines neuen Produktes nutzen Seller den BSR der Konkurrenz, um die Nachfrage abzuschätzen. Ein sehr niedriger BSR bei Wettbewerbern deutet auf hohes Volumen, aber auch hohe Konkurrenz hin.
  2. Sichtbarkeit und SEO: Zwar ist der BSR kein direkter Ranking-Faktor für die Amazon-Suchmaschine (A9-Algorithmus), er korreliert jedoch stark mit der organischen Sichtbarkeit. Produkte, die sich gut verkaufen (guter BSR), werden von Amazon prominenter platziert.
  3. Werbung (PPC): Ein verbesserter BSR stärkt das Kundenvertrauen („Bestseller“-Badge), was die Conversion-Rate (CVR) von Werbekampagnen positiv beeinflussen kann.

Praxisbezug: Nutzen und häufige Fehler

Trotz seiner Wichtigkeit wird der Best Seller Rank oft falsch interpretiert. Für eine professionelle Amazon-Strategie ist der korrekte Umgang entscheidend.

Sinnvolle Anwendungsfälle:

  • Bestandsplanung (FBA): Durch das Tracking des BSR können Rückschlüsse auf den Lagerumschlag gezogen werden, um „Out-of-Stock“-Situationen zu vermeiden.
  • Trend-Erkennung: Plötzliche Verbesserungen im BSR bei Wettbewerbern können auf neue Markttrends oder aggressive Marketingkampagnen hinweisen.

Häufige Fehler:

  • Verwechslung mit Profitabilität: Ein Top-BSR sagt nichts über die Marge aus. Ein Produkt kann sich tausendfach verkaufen (BSR #1), aber aufgrund zu niedriger Preise Verlust machen.
  • Überbewertung kurzfristiger Schwankungen: Da der Rang stündlich schwankt, sollten Seller immer den Durchschnittswert über 30 oder 90 Tage betrachten, statt auf momentane Ausschläge zu reagieren.
  • Manipulationsversuche: Künstliche Verkäufe (Fake Orders) zur Verbesserung des BSR verstoßen massiv gegen die Amazon-Richtlinien und führen häufig zur Kontosperrung.

Aktuelle Entwicklungen und Trends

Der Umgang mit dem BSR professionalisiert sich zunehmend. Erfahrene Seller betrachten diese Kennzahl heute selten isoliert. Stattdessen wird der BSR in modernen Seller-Tools mit anderen KPIs wie der Conversion-Rate, dem ACOS (Advertising Cost of Sales) und der Retourenquote kombiniert.

Zudem nutzen Algorithmen für automatisiertes Repricing oft den BSR als Variable, um Preise dynamisch an die Wettbewerbssituation anzupassen. Der Trend geht weg von der reinen „Jagd nach dem Bestseller-Badge“ hin zu einer profitabilitätsorientierten Analyse, bei der der BSR als Indikator für Marktanteile dient, aber nicht als alleiniges Ziel.

Zusammenfassend: Der BSR ist das Thermometer für die aktuelle Nachfrage auf Amazon. Er ist unverzichtbar für die Wettbewerbsanalyse, sollte jedoch stets im Kontext von Kategoriegröße und Wirtschaftlichkeit betrachtet werden.

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