Die erste Amazon-Anlieferung kann einschüchternd wirken – strenge Vorgaben, komplizierte Etikettierung und die Angst vor teuren Strafgebühren. Doch mit der richtigen Vorbereitung wird aus dem Stolperstein ein Routineschritt. Wir zeigen dir, wie du deine Waren reibungslos ans Amazon-Lager sendest und dabei die typischen Anfängerfehler vermeidest.
Warum ist die Amazon Anlieferung so wichtig?
Amazon legt extrem hohe Maßstäbe an die Warenanlieferung – und das aus gutem Grund. In den Logistikzentren laufen täglich Millionen von Produkten durch automatisierte Systeme. Jede fehlerhafte Sendung bremst den Ablauf und kostet Zeit und Geld. Deshalb reagiert Amazon bei Verstößen konsequent: Verzögerungen, Rücksendungen oder sogar Strafgebühren sind die Folge.
Die gute Nachricht: Wer die Regeln kennt und systematisch vorgeht, kann diese Hürden problemlos meistern. Und genau dabei unterstützen wir dich.
Schritt 1: Den Anlieferplan im Seller Central erstellen
Der Anlieferplan ist deine Ankündigung an Amazon – er listet alle Produkte auf, die du verschicken möchtest. So gehst du vor:
Im Seller Central navigieren:
- Gehe zu „Lagerbestand“ → „Lagerbestand verwalten“
- Wähle die Produkte aus, die du versenden willst
- Klicke auf „Aktionen“ → „Bestand senden/ergänzen“
Mengen festlegen: Beim ersten Mal musst du einen neuen Anlieferplan erstellen. Gib genau an, wie viele Einheiten du pro Produkt sendest. Achte darauf, dass die Zahlen exakt stimmen – Abweichungen können zu Verzögerungen führen.
Produktvorbereitung angeben: Amazon fragt, ob deine Produkte besondere Vorbereitung brauchen (z.B. Polsterung bei zerbrechlichen Waren). Sei ehrlich – falsche Angaben kosten dich später mehr.
Versandart wählen:
- Paketsendung: Für kleinere Mengen via DHL, UPS oder DPD
- LKW-Teilladung (Paletten): Für größere Lieferungen per Spedition
Schritt 2: Verpackung und Etikettierung – hier entscheidet sich alles
Die häufigsten Ablehnungsgründe bei Amazon? Falsche Verpackung und unleserliche Etiketten. Mit diesen Tipps bist du auf der sicheren Seite:
Verpackungsanforderungen:
Für Kartons:
- Verwende stabile, sechsseitige Kartons mit intakten Laschen
- Mindestens ECT-32-Qualität oder 200-Pfund-Kartons
- Maximalgewicht: 25 kg (bei schwereren Kartons ist ein Warnaufkleber Pflicht)
- Fülle leere Räume mit geeignetem Füllmaterial aus
Für Paletten:
- Nur Europaletten (120 x 80 cm) verwenden
- Maximalhöhe: 180 cm (inklusive Palette)
- Bei internationalem Versand: ISPM-15-Standard (wärmebehandelt)
- Paletten müssen mit Elektrohubwagen über die Rückseite des LKWs abladbar sein
Etikettierung – so wird’s gemacht:
Produktetiketten:
- Jedes Produkt braucht einen FNSKU-Barcode (Amazon-eigener Code) oder EAN-Code
- Etiketten müssen gut lesbar und fest aufgeklebt sein
- Tipp: Lass deinen Hersteller die Etiketten bereits anbringen – das spart dir 15 Cent pro Produkt, die Amazon sonst berechnet
Versandetiketten:
- Drucke die Labels direkt aus dem Anlieferplan
- Bringe pro Karton zwei Etiketten an (eines für den Transportdienstleister, eines für Amazon)
- Bei Paletten: vier Etiketten – jeweils mittig auf jeder Seite
- Vermeide Ecken, Nähte und Öffnungen beim Aufkleben
Wichtig: Nutze einen Thermodrucker statt Tintenstrahldrucker. Tinte kann verschmieren und die Barcodes unlesbar machen.
Schritt 3: Zeitfenster buchen mit Carrier Central
Besonders bei Palettenlieferungen ist die Zeitfensterbuchung über Carrier Central Pflicht. Ohne gebuchten Termin wird deine Sendung am Tor abgewiesen.
So funktioniert Carrier Central:
- Die Spedition (oder du selbst) registriert sich im Portal
- Buchung muss mindestens 24 Stunden vor Anlieferung erfolgen
- Amazon bestätigt das Zeitfenster innerhalb von 4 Stunden (während der Öffnungszeiten)
- Bei Verspätungen: Sofort Amazon kontaktieren – bis zu 2 Stunden Verzögerung können manchmal noch genehmigt werden
Profi-Tipp: Arbeite mit erfahrenen Amazon-Speditionen zusammen (z.B. DHL Freight, Kühne + Nagel). Diese haben regelmäßige Zeitfenster und kennen die Abläufe genau – das beschleunigt den Prozess erheblich.
Die 5 häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest
1. Mangelhafte Etikettierung
Problem: Falsche, unleserliche oder sich lösende Etiketten Lösung: Verwende hochwertige Etiketten und einen Thermodrucker. Überdecke alle alten Barcodes auf Kartons komplett.
2. Falsche Mengenangaben
Problem: Du sendest mehr oder weniger Ware als im Anlieferplan angegeben Lösung: Zähle doppelt nach, bevor du die Sendung abschließt. Abweichungen führen zu Verzögerungen.
3. Zu schwere Kartons ohne Warnung
Problem: Kartons über 15 kg ohne entsprechende Kennzeichnung Lösung: Bringe bei Kartons über 15 kg deutliche „Schwere Ware“-Aufkleber an (bei über 25 kg ist das Pflicht).
4. Beschädigte Verpackungen
Problem: Kaputte Kartons oder instabile Paletten Lösung: Investiere in stabiles Verpackungsmaterial. Amazon lehnt beschädigte Sendungen konsequent ab.
5. Fehlende Zeitfensterbuchung
Problem: Spedition erscheint ohne Termin am Amazon-Lager Lösung: Stelle sicher, dass deine Spedition das Zeitfenster gebucht hat – oder übernimm es selbst.
FBA-Zwischenlager: Die clevere Alternative
Viele erfolgreiche Seller nutzen ein FBA-Zwischenlager, bevor sie an Amazon liefern. Die Vorteile:
- Flexibilität: Du entscheidest, wann und wie viel du an Amazon sendest
- Kostenersparnis: Vermeide hohe Amazon-Lagergebühren für Überbestände
- Qualitätskontrolle: Produkte werden vor Versand geprüft und korrekt etikettiert
- Zeitersparnis: Prep-Center übernehmen die komplette Vorbereitung für dich
So bleibst du unabhängiger von Amazon und reduzierst das Risiko von Strafgebühren erheblich.
Nach der Anlieferung: Tracking und Einbuchung
Sobald deine Sendung unterwegs ist:
- Status verfolgen: Im Seller Central unter „Sendungen an Amazon verwalten“ siehst du den aktuellen Stand
- Einbuchung abwarten: Amazon hat bis zu 2 Wochen Zeit für die Einbuchung (meist geht es schneller)
- Differenzen prüfen: Kontrolliere, ob die eingebuchte Menge mit deinem Anlieferplan übereinstimmt
Wichtig: Bei Differenzen oder Fehlmengen hast du Anspruch auf Erstattung. Tools wie SellerLogic Lost & Found helfen dir, solche Fälle automatisch zu finden und bei Amazon einzufordern.
Internationale Expansion? Wir machen’s einfach
Du willst nicht nur in Deutschland, sondern europaweit oder sogar global verkaufen? Die Amazon-Anlieferung wird dadurch komplexer – unterschiedliche Lagerprogramme (Pan-EU, CEE), Zollvorschriften und steuerliche Anforderungen kommen hinzu.
Hier kommt SpaceGoats ins Spiel: Wir helfen dir, dein Amazon-Business international zu skalieren – mit automatisierten Prozessen, zentraler Verwaltung über unsere Galaxy-Plattform und Unterstützung bei Compliance und Logistik. So behältst du den Überblick, während du in 12+ Marktplätzen gleichzeitig verkaufst.
Fazit: Vorbereitung ist alles
Die Amazon-Anlieferung muss kein Stolperstein sein. Mit sorgfältiger Planung, korrekter Etikettierung und den richtigen Partnern läuft der Prozess reibungslos. Die wichtigsten Takeaways:
✅ Erstelle deinen Anlieferplan sorgfältig und prüfe alle Angaben doppelt
✅ Investiere in hochwertige Verpackung und Etikettierung
✅ Buche Zeitfenster rechtzeitig über Carrier Central
✅ Arbeite mit erfahrenen Amazon-Speditionen zusammen
✅ Nutze Zwischenlager für mehr Flexibilität
✅ Überwache Einbuchungen und fordere Erstattungen bei Fehlern ein
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