Amazon PAN-EU

PAN-EU ist das paneuropäische Versandprogramm von Amazon und bedeutet zunächst, dass man als Seller Amazon erlaubt, die eigenen Produkte in anderen Ländern zu lagern und von dort an die Kunden im jeweiligen Land zu versenden.

Was ist PAN-EU?

Der paneuropäische Versand, kurz PAN-EU, bedeutet zunächst, dass man als Seller Amazon erlaubt, die eigenen Produkte in anderen Ländern zu lagern und von dort an die Kunden im jeweiligen Land zu versenden. Das hat hauptsächlich drei Vorteile: Auf der einen Seite für den Kunden, der den viel schnelleren Prime-Versand bekommt. Und natürlich auch für den Seller: Man zahlt nur noch die lokalen, inländischen Versandkosten statt etwas teuer über eine oder mehrere Grenzen zu verschicken. Außerdem hat man im Seller Central einen Lagerbestand für ganz Europa statt unübersichtliche Einzel-Warenbestände.

Unterschied PAN-EU und EFN

Dabei ist es wichtig, zwischen PAN-EU und dem European Fulfillment Network (EFN) zu unterscheiden: Ebenso wie bei PAN-EU hat man als Seller auch bei EFN nur einen Lagerbestand für ganz Europa. Allerdings wird im EFN-Modell die Ware aus dem eigenen Land, zum Beispiel Deutschland, in das jeweilige Marktplatzland zum Endkunden verschickt. Das bedeutet einen deutlich langsameren und teureren Versand.

Wie aktiviere ich PAN-EU?

In den Einstellungen im Seller Central lässt sich der paneuropäische Versand ganz einfach mit einem Klick aktivieren. Allerdings können Seller nur dann alle PAN-EU-Vorteile nutzen, wenn ihre Produkte alle nötigen Voraussetzungen erfüllen und sie ein paar kleine Stolpersteine beachten.

Automatische Umsatzsteuerpflicht im Ausland

Wenn man im Seller Central den paneuropäischen Versand mit dem Klick auf das entsprechende Kästchen aktiviert hat, wartet Amazon nicht lange und beginnt sofort, die Ware in ganz Europa zu verteilen, um sie von dort mit Prime-Geschwindigkeit an eure Endkunden zu verkaufen.

Hier muss man aufpassen: Sobald ihr aus einem anderen Land an einen Kunden in diesem Land verkauft, seid ihr in diesem Land steuerpflichtig. Wenn also Amazon euer Produkt unter anderem zum Beispiel nach Frankreich in ein Versandlager gebracht hat und ihr das nun von dort an einen französischen Endkunden verkauft, müsst ihr Umsatzsteuer an den französischen Staat zahlen, die Steuervoranmeldung machen und so weiter.

Einmal aktiviert, könnt ihr diese Einstellung NICHT mehr zurücknehmen. In diesem Fall seid ihr für ein ganzes Kalenderjahr an Steuer & Co gebunden. Daher solltet ihr euch vor Aktivierung des paneuropäischen Versands über die Folgen bewusst sein.

Produkte, die von PAN-EU ausgeschlossen sind

Es gibt Produkte oder ganze Produktgruppen, die von vornherein vom paneuropäischen Versand ausgeschlossen sind. Das sind zum Beispiel Lebensmittel oder Gefahrgüter.

Wer seine Artikel trotzdem im europäischen Ausland verkaufen möchte, also zum Beispiel Nudeln in Frankreich verkaufen möchte, kann das umgehen, indem er seine Produkte einzeln in das jeweilige Land liefert. Beim Erstellen eines Anlieferplans kann man bei der Adresse in einem Dropdown-Menü für den Ziel-Marketplace dann entsprechend Frankreich auswählen. So wird die Ware nach Frankreich geliefert und man profitiert von den dortigen günstigen lokalen Versandkosten. Auf der anderen Seite muss man jeden Marktplatz einzeln beliefern, das muss geplant werden und so weiter. Außerdem zahlt man den Versand zum Amazon-Lager des jeweiligen Landes, das geht nur mit UPS und wird meist doppelt so teuer als in Deutschland mit DHL.

Gründe für Probleme mit PAN-EU-Aktivierung

Euer Produkt ist für PAN-EU zugelassen, aber irgendwie gibt es doch Probleme oder ihr erhaltet nicht alle Vorteile des paneuropäischen Versands? Die folgenden drei Einstellungen sind häufige Stolpersteine bei der Aktivierung im Seller Central.

Nicht aktive Produktlistings in anderen Ländern

Wenn es für ein Produkt auf einem ausländischen Marktplatz schon überhaupt jemals ein Angebot gegeben hat, dann muss man in dem jeweiligen Land ein aktives Angebot haben. Ist das nicht der Fall, könnt ihr nicht alle Vorteile des paneuropäischen Versands nutzen. Wenn ihr beispielsweise in allen sechs Marketplace-Ländern Artikel gelistet habt, aber nur in fünf dieser Länder ein aktives Listing habt, dann zahlt ihr trotzdem die teuren Versandkosten in diesen Ländern.

SPACEGOATS-Extra-Tipp: Nicht sicher, wo ihr Listings habt? Das könnt ihr einfach überprüfen: Die Adresse für den jeweiligen Marketplace eingeben, dann “/dp/” und die entsprechende ASIN des Artikels. Also für Italien beispielsweise amazon.it/dp/ASIN. Wenn euch dann etwas angezeigt wird, ist ein Angebot da – ganz einfach.

Automatische Angebotserweiterung ist aktiviert

Eine weitere Einstellung im Amazon Seller Central, die man gerne mal übersieht, ist die automatische Angebotserweiterung. Das bedeutet, dass Amazon alle Produkte, die ab jetzt angelegt werden, automatisch auch auf allen anderen EU-Marketplaces anlegt. In bestimmten Fällen kann das nützlich sein, in anderen aber Probleme machen. Bisherige Angebote empfehlen wir übrigens in jedem Fall manuell anzulegen.

Wenn beispielsweise ein Produkt oder eine ganze Produktgruppe auf einem einzelnen Marketplace nicht erlaubt ist, das Listing aber nun automatisch in allen Ländern angelegt wurde, ist eines davon nicht aktiv nutzbar und ihr erhaltet wieder nicht die Vorteile des paneuropäischen Versands. Ein gutes Beispiel hierfür sind sämtliche Arten von Messern, auch Küchenmesser – die sind in der UK nicht erlaubt.

SPACEGOATS-Extra-Tipp: Wenn ihr trotzdem PAN-EU nutzen wollt, könnt ihr das jeweilige Produkt, zum Beispiel das besagte Küchenmesser, von vornherein manuell in allen anderen Ländern, also Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden, listen. Das nennt man PAN-EU-5 und ermöglicht euch die gleichen paneuropäischen Versandvorteile wie sonst auch. Sobald das Messer aber einmal in der UK gelistet war, bekommt ihr das problematische Listing da auch nicht mehr weg – das ist ein Bug von Amazon, der momentan noch nicht gefixt ist.

Kauf des Lagerbestands durch Amazon ist aktiviert

Wer jetzt denkt, er hätte seine Produkte noch nie selbst im Ausland gelistet und damit kein Problem, der sollte unbedingt eine Sache überprüfen: Im Seller Central gibt es bei den Einstellungen unter “Versand durch Amazon” eine Funktion, die den Kauf des Lagerbestands durch Amazon erlaubt – und zwar weltweit. Wenn diese Einstellung aktiviert ist, kann Amazon dir deine Produkte abkaufen und mit deiner ASIN in anderen Ländern listen und verkaufen. In diesem Fall gab es dann also schon einmal ein Produktlisting und dann kannst du unter Umständen den paneuropäischen Versand nicht nutzen, weil Listings nicht aktiv sind oder ähnliches. Eventuell haben Kunden hier sogar schon Produktrezensionen hinterlassen, die im schlimmsten Fall nicht einmal positiv sind. Daher empfehlen wir unbedingt, die Listings in anderen Ländern zu überprüfen!

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